Untersuchungen des Spendergebäudes abgeschlossen

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Im August 2025 wurden zerstörende Untersuchungen am Bestand des Spendergebäudes durchgeführt. Diese umfassten die Entnahme von Bohrkernen zur Analyse im Labor sowie das partielle Freilegen von Bewehrung. Mit diesen Arbeiten wurde eine spezialisierte Firma beauftragt. Aufgrund des geringen Stababstands der Bewehrungsmatten in den Stahlbetondecken (Doppelstabmatte mit 100 mm Achsweite und 85 mm lichtem Abstand) war es sehr schwierig, Bohrkerne mit einem Durchmesser von 75 mm zu entnehmen. Ursprünglich war dies für alle Kerne geplant. Trotz des Wechsels auf einen Durchmesser von 50 mm kam es bei der Bohrkernentnahme immer wieder zu Bewehrungstreffern. Insgesamt wurden 16 Bohrkerne entnommen (vier Kerne pro Geschossdecke), davon hatten neun Kerne einen Durchmesser von 75 mm und sieben Kerne einen Durchmesser von 50 mm. Zusätzlich wurde in zwei Teilbereichen (Decke über EG/1. OG und Decke über 4. OG) die Bewehrung unterseitig freigelegt, um den Bewehrungszustand, die Betondeckung, den Stabdurchmesser und den Achsabstand der Bewehrung zu kontrollieren. Zusätzlich wurde im freigelegten Bereich der Karbonatisierungshorizont überprüft. Nach Prüfung der freigelegten Bewehrung konnte festgestellt werden, dass die vorgefundenen Durchmesser und Achsabstände denen der laut Bewehrungsplanung vorgesehenen Stäbe bzw. Matten entsprechen und dass keine Korrosion vorliegt. Die Betondeckung betrug  durchschnittlich 35 mm, was die in der Planung angesetzten 30mm übertrifft. Die gemessene Karbonatisierungsfront lag zwischen 25 und 30 mm und ist daher noch nicht bis zur Bewehrung vorgedrungen.

Anschließend wurden die entnommenen Bohrkerne zur weiteren Prüfung in ein Baustofflabor transportiert. Dort wurden ihre Eigenschaften, wie Druckfestigkeit, Dichte, E-Modul und Schadstoffgehalt, untersucht. Die Druckfestigkeitsprüfung der Bohrkerne ergab eine Betonfestigkeitsklasse von C30/37, der ermittelte E-Modul einen mittleren Wert von 31.665,6 N/mm². Die Untersuchung der Mischprobe nach EBV (siehe Anlage 1, Tabelle 1) ergab, dass die Probe in die Materialklasse RC-1 (schadstofffrei oder Schadstoffkonzentrationen deutlich unter den festgelegten Grenzwerten) eingestuft wird.

Im Rahmen der Bestandserfassung konnte aufgrund der vorgefundenen Materialeigenschaften des Spendergebäudes dessen generelle Eignung zur Wiederverwendung festgestellt werden. Mit einer Betonfestigkeitsklasse von C30/37, unbeschädigter Bewehrung und Schadstofffreiheit sind die materialtechnischen Eigenschaften als positiv zu bewerten.

Auswertung Beton- und Bewehrungseigenschaften

KriteriumErgebnis
RohdichteMittelwert: 2,265 kg/dm3
GrößtkornMittelwert: 12,75 mm
DruckfestigkeitMittelwert: 55,22 N/mm² (Druckfestigkeitsklasse C30/37)
E-ModulMittelwert: 31.669 N/mm²
MaterialklasseRC-1 (gemäß EBV, Anlage 1. Tab. 1)
BewehrungszustandKG1 (keine Schädigungen)
Karbonatisierungshorizont25 – 30 mm (bei 35mm Betondeckung)
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Dieses Forschungsprojekt wird gefördert durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen aus Mitteln der Zukunft Bau Forschungsförderung.